Die Blende trifft Johann Saathoff

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Wir haben für euch Johann Saathoff von der SPD getroffen und durften ihm ein paar Fragen stellen:

Blende: Die Spitzenpolitiker haben auch etwas Privates zu erzählen. Was haben Sie uns zu verraten?

Johann Saathoff: Ich wohne in Pewsum. Ich bin verheiratet, habe fünf Kinder und eine Katze.

Blende: Was war als Schüler Ihr Traumberuf?

Johann Saathoff: Ich wollte eigentlich Pilot werden, habe dann aber das Attest bekommen, dass ich rot-grün-blind bin, also dass ich bestimmte Grüntöne nicht erkennen kann. Was einem im normalen Leben überhaupt gar nicht auffällt, aber was eben dann ein Problem ist, wenn man Pilot sein möchte.

Blende: Wie kam es, dass Sie politisch aktiv wurden?

Johann Saathoff: Meine Eltern waren schon Sozialdemokraten und haben auch sozialdemokratisch gewählt. Mein Vater war Hafenarbeiter und meine Mutter war Hausfrau. Sie hatte genug damit zu tun mich zu betreuen und so ist das quasi in der Familie normal gewesenm, auch der Sozialdemokratie anzugehören. Und später bin ich dann in der Kinder- und Jugendorganisation der SPD aufgenommen worden. Wir haben ganz viel Jugendarbeit gemacht, politische Jugendarbeit, Friedensarbeit. Ich bin dann später Jugendsozialist geworden und automatisch in die SPD.

Blende: Wie schätzen Sie denn die Chancen der SPD bei der Bundestagswahl am kommenden Sonntag ein?

Johann Saathoff: Wir wissen auch, dass ganz viele Menschen eine Woche vor der Wahl noch unentschlossen sind, wen sie eigentlich wählen wollen, und deswegen machen wir unser’n Wahlkampf und werben dafür, dass die Sozialdemokratie eigentlich die besseren Ideen hat, wie Deutschland in den nächsten vier Jahren regiert werden soll.

Blende: Was sagen Sie denn allgemein zu den Umfragewerten der SPD?

Johann Saathoff: Also die Umfragewerte insgesamt sind nicht gut, aber wir wollen auch keine Umfragen gewinnen, sondern wir wollen Wahlen gewinnen. Deswegen arbeiten wir von morgens bis abends, um Bürger und Bürgerinnen zu überzeugen und hoffen, dass es dann am 24.9. für die Sozialdemokratie viel besser aussieht als die Umfrage.

Blende: Erhoffen Sie sich, das Direktmandat zu gewinnen?

Johann Saathoff: Ja, das tue ich. Ich hab 2013 das Direktmandat gewonnen mit dem zweitbesten Ergebnis für die Sozialdemokraten in ganz Deutschland. Ich habe über die vier Jahre kontinuierlich gearbeitet, dass es Ostfriesland gut geht und Ostfriesland gut in Berlin vertreten ist. Und ich möchte natürlich noch mal das Direktmandat gewinnen und damit Ostfrieslands Mann in Berlin sein.

Blende: Ärgert es Sie, dass Martin Schulz von Angela Merkel  beim TV-Duell als Klon bezeichnet wurde?

Johann Saathoff: Mich ärgert es, dass wir nur ein TV-Duell gehabt haben. Ich hätte gerne drei oder vier gehabt, wo die beiden Spitzenkanditaten auch miteinander in der Diskussion sind über die Zukunft Deutschlands. Ich finde es nicht gut, dass Frau Merkel nur eins zugelassen hat und das auch nur nach ihren Regeln. Ich finde, dass die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland verdient haben, sich ein viel breiteres Bild von ihren Spitzenkandidaten zu machen als von Merkel tatsächlich zugelassen.

Blende: Was möchten Sie für Ostfriesland tun?

Johann Saathoff: Da gibt es viel:  Zum einen setze ich mich im Landwirtschaftsausschuss ein für gute, bäuerliche Landwirtschaft, dafür dass man wertvolle Produkte produziert und keine Massenprodukte. Es ist für Ostfriesland noch wichtig, dass die Infrastruktur stimmt, dass Straßen und Schienen gebaut werden, dass der Zugang zum Emder Hafen erhalten bleibt, dass die Ems tief genug ist, damit die Seeschiffe auch Emden erreichen können. Ich war im VW-Untersuchungsausschuss und hab dafür gesorgt, dass die Menschen, die betrogen haben, auch zur Rechtschafft gezogen wurden, aber auch die Menschen, die ihre Arbeit gemacht haben, dass sie nicht möglichst in diesen Strudel hineingeraten. Ich bin Energiepolitiker und setz mich dafür ein, dass es immer mehr erneuerbare Energien in Deutschland gibt.

Blende: Was sagen Sie denn zur Massentierhaltung und denken Sie, dass diese abgeschafft werden sollte?

Johann Saathoff: Ja, ich bin vor allem dagegen, dass Tieren Leid angetan wird, ohne dass es medizinisch notwendig ist. Deswegen müssen wir in der Landwirtschaft sehen, dass wir wieder zu einer vernünftigen Produktion kommen.

Blende: Was sollte getan werden, um den Klimawandel zu stoppen, damit unsere Enkelkinder eine genauso schöne Erde haben wie wir?

Johann Saathoff: Ich bin Energiepolitiker und halte Klimapolitik für besonders wichtig. Ich möchte möglichst schnell die erneuerbaren Energien in den Fokus in Deutschland stellen, um damit sicherzugehen, dass meine Kinder und meine Enkelkinder unsere Strohmrechnung nicht noch mal wieder bezahlen müssen, weil sie die Klimafolgen bezahlen müssen, wenn wir die Energiewende nicht voranbringen bringen würden.

Blende: Olaf Lies hat ja letztens erst angemerkt, dass er Ende 2018 ein Pilotprojekt für den Führerschein ab sechzehn plant. Was ist denn Ihre Meinung zu diesem Thema?

Johann Saathoff: Ich finde, dass Olaf Lies völlig recht hat. Wenn man mit siebzehn einen Führerschein erwerben kann, kann man es auch mit sechzehn.

Blende: Falls der Führerschein jetzt nicht mit sechzehn eingeführt werden sollte, sind die Schüler ja weiterhin auf den Bus angewiesen. Denken Sie, dass Schüler in der Oberstufe kostenlose Busfahrkarten erhalten sollen?

Johann Saathoff: Die Schüler sind sowieso auf den Bus angewiesen. Das Modell ist Führerschein mit sechzehn ist ja mit begleitetem Fahren, deshalb sollte es in der Oberstufe kostenlose Busfahrkarten geben.

Blende: Sollen Schulen besser ausgestattet werden und Unterstützung vom Staat bekommen?

Johann Saathoff: Ich war zehn Jahre Bürgermeister in meiner Heimatgemeinde Krummhörn und habe für 13 Millionen Euro eine Schule gebaut. Da kann man sehen, dass mir Bildungspolitik total wichtig ist.

Blende: Was für eine Meinung vertreten Sie in der Bildungspolitik?

Johann Saathoff: Vor allem ist es mir wichtig, dass es nicht darauf ankommt, wie viel Geld Eltern haben oder welchen sozialen Stand Eltern haben, dass das möglichst keinen Einfluss darauf hat, welchen Bildungsabschluss man später mal genießt und mir geht es darum, dass Bildung kostenlos ist. Zum Beispiel die Kindertagesstätten kosten viel Geld, auch Ganztagsangebote in Schulen sind nicht kostenlos und später im Studium ist das genauso. Besonders Sorgen mache ich mir um die Pflegeberufe. Da ist es so das wenn man die Ausbildung dafür macht Geld dafür bezahlen muss. Wenn man das vier Jahre gemacht hat, Geld bezahlt hat, hart gearbeitet und am Ende dann seine Prüfung bestanden hat, dann bekommt man einen niedrig bezahlten, harten Job und ich mache mir Sorgen darum, dass wir dann künftig keine Menschen mehr finden werden, die diese Jobs machen wollen. Deshalb gehört diese Arbeit nicht nur kostenlos, sondern muss auch bezahlt werden.

Blende: Welchen Appell richten Sie an die Menschen, die nicht wählen?

Johann Saathoff: Nicht wählen ist wie nicht Zähne putzen. Es ist wichtig, daas man zur Wahl geht, um die Nationalisten aus dem Bundestag herauszuhalten.

Blende: Was raten Sie Schülern, die später einmal politisch aktiv werden wollen?

Johann Saathoff: Jeder Schüler, jede Schülerin ist herzlich willkommen. Ich gehe in Schulen und erkläre den Schülern meine Politik. Unabhängig davon haben wir in der Sozialdemokratie eine Jugendorganisation in fast jeder Gemeinde, die JUSO, und wer Lust hat da mitzumachen oder sich das anzugucken, kann sich einfach an uns wenden. Ich würd mich freuen, wenn da möglichst viele politische Arbeit finden, denn wir brauchen Leute, die später mal unseren Job im Bundestag zu übernehmen.

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